Donnerstag, Februar 01, 2007

irgendwo bei frisch, ich glaube im stiller, gibt es eine stelle, in der es heißt, dass das gefühl des gelähmt-seins nicht daher rührt, dass man nichts will, sondern vielmehr: weil man zuviel will, kommt alles zum stehen. dieser satz hat sich mir eingebrannt, und im laufe der jahre haben sich dazu einige bilder gesellt, obwohl sie eigentlich nichts damit zu tun haben. vielleicht ja gerade deshalb, ich weiß es nicht.

während des zivildienstes betreute ich einen an parkinson erkrankten alten mann; er war ständig am zittern und gelegentlich konnte er aufgrund einer motorischen störung den einen fuß nicht vor den anderen setzen, so dass er mit den beinen bebend auf der stelle verharrte; setzte ich jedoch meinen fuß vor den seinen, baute ich gewissermaßen eine hürde vor ihm auf, so machte er einen schritt und konnte weitergehen (ein trick, den mir mein vorgänger gezeigt hatte, warum das funktionierte war letztendlich egal).

in dem film awakenings spielt robert de niro einen an encepahlitis lethargica erkrankten patienten: zuerst von heftigen schüttelkrämpfen gequält, die immer stärker werden, verfällt er plötzlich in einen komatösen zustand völliger starrheit.

jetzt, wo ich das schreibe, denke ich, hat mein interesse ein klein wenig mit folgendem zu tun: der plötzliche umschwung von einem ins diametral gegenüberliegende andere, scheinbar gänzlich konträre.

grenzen trennen und verbinden zugleich, stillstand ist die extremste form von bewegung.

3 Comments:

Anonymous blue sky said...

Ich habe in einem Seminar gelernt, dass extrovertierte Menschen deutlich gefährdeter seien, bei andauerndem, unkontrollierten Stress in Depression zu verfallen. Als ob die Psyche ihr Heil irgendwann nur noch darin sucht, die normalen Bewältigungsstrategien (soziale Kontakte, Aktivität) komplett ins Gegenteil zu kehren. Leider dazu keinen Beleg im Netz gefunden.

1:31 nachm.  
Anonymous wasweissich said...

Das mit dem Davorsetzen des Fußes ist sehr interessant. Etwas änlich: es gibt autistische Menschen, die nicht sprechen, aber schreiben können und die aber nur schreiben, wenn jemand anderes sie berührt. Ich las von einem Fall, in dem es schon reichte, wenn jemand nur einen Finger auf die Schulter des Autisten legte und dann konnte er schreiben - ohne den Kontakt aber eben nicht.

2:01 nachm.  
Anonymous Opa said...

Stille, Stiller, Stillen.

Dein Text ist Nietzsche pur.

7:51 vorm.  

Kommentar veröffentlichen

<< Home