Mittwoch, Juli 26, 2006

wenn bei capri die rote sonne im meer versinkt

gehtse bei mir im schädel jedenfalls alle zwei minuten wieder auf. aber ist gar nicht mal so nervig, der ohrwurm. weil: untermalt wird der wurm von so befremdlichen davidlynchbildern, wo den caprifischern aber eins a hören und sehen vergehen tät. dunkle caprinacht aufm caprimeer die reinste erholungsreise gegen. unüberhörbar übrigens der einfluss von der droste:

was irrt so spät nachts umher?
weißt du was da fährt?
was die flut durchquert?


(falls ich ihnen jetzt was ins ohr gesetzt haben sollte: hier zum mitsingen.)

12 Comments:

Anonymous Mlle Händel said...

Ich kann eine passende Tagebuchnotiz Eichendorffs anfügen: "Unermeßlich erstrekten sich die grausigen Fluthen in unabsehbare Fernen. In schwindlicher Weite verfloß die Riesen-Waßerfläche mit den Wolken, und Himmel u. Waßer schienen Ein unendliches Gantzes zu bilden. Im Hintergrund ruhten ungeheuere Schiffe, wie an den Wolken aufgehangen." Das war, als er zum ersten Mal Travemünde sah, wohlgemerkt.

2:17 nachm.  
Blogger undundund said...

die attributierungswut hat er sich jedenfalls noch bis ins hohe alter behalten, der jupp.

ps: bei den caprifischern gibt es eine zeile, die lautet: Und sie legen in weitem Bogen die Netze aus - da muss ich ietzo immer an celans gedicht sprachgitter denken:

Flimmertier Lid
rudert nach oben,
gibt einen Blick frei.

Iris, Schwimmerin, traumlos und trüb:
der Himmel, herzgrau, muss nah sein.

2:33 nachm.  
Blogger undundund said...

attributisierungswut hört sich einen tick korrekter an.

2:33 nachm.  
Anonymous Mlle said...

Jetzt ist mir auch noch Effi Briest eingefallen, die Stelle, an der Effi beim Anblick der Ostsee in Verzückung ausbricht: „Ach Geert, das ist ja Capri, das ist ja Sorrent. Ja, hier bleiben wir. Aber natürlich nicht im Hotel; die Kellner sind mir zu vornehm, und man geniert sich, um eine Flasche Sodawasser zu bitten.“
Ausgesprochen schönes Thema, das.

2:39 nachm.  
Blogger undundund said...

ja. für so einen bürotag. (hmpf)

2:44 nachm.  
Anonymous Mlle said...

Ich bin schon länger damit beschäftigt als einen Bürotag. So langsam auch hmpf. Generell aber schön.

2:49 nachm.  
Anonymous eigenart said...

Liegt es am Wetter? Diese doofen Caprifischer paddeln mir auch schon seit ein paar Tagen durch den Kopf...

... viel ärgerlicher ist aber, dass ich dabei ständig an Capri-Sonne denken muss.

8:49 vorm.  
Anonymous Opa said...

Ausgesprochen kapriziöses Capriccio.

9:42 vorm.  
Blogger undundund said...

capri-sonne ist immerhin noch besser als sunkist, herr eigenart. gab ja solche und solche früher in der schule. die schnöselkinder hatten meist capri-sonne, die normalos, darunter ich, die zwei-prozent-fruchtsaft-melange sunkist. capri gab´s nur bei wandertag (hoffentlich habe ich jetzt keinen beleidigt).

und sie, herr kollege, meinten vielleicht ein carpaccio oder wie diese neumodischen getränke jetzt alle heißen?

10:43 nachm.  
Anonymous eigenart said...

Über Capri-Sonne ärgere ich mich nur deshalb, weil es mir bis heute nicht gelungen ist, die Dinger mit dem Strohhalm so anzustechen, dass dieser nicht auf der anderen Seite wieder raus kommt.

Und unten einstechen kommt nicht in Frage - das machen nur Leute, die zwanghaft cool sein wollen.

8:09 vorm.  
Blogger undundund said...

stimmt, ich erinnere mich; das einstechen bei capri-sonne war etwas für feinmotoriker. aber, wo jetzt die grundschulerinnerungen wieder auftauchen: einen größeren krach haben die leeren capris beim drauftreten gemacht. wenn ich mich jetzt richtig erinnere, ließen sie sich allerdings nicht so leicht zertreten.

was wohl frau g., meine ehemalige grundschullehrerin macht?

ich glaube, dies ist der anfang eines so ca. drei bändigen romans.

"als ich den geschmack von capri-sonne kirsch auf meiner zunge spürte, da ..." - so werde ich beginnnen.

11:07 vorm.  
Anonymous eigenart said...

Besonders gut geknallt haben diese Trinkschoko-Päckchen.

Mit Capri-Sonne habe ich da keine Erfahrung... Sie wissen schon... Normalo-Kind.

2:07 nachm.  

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