Mittwoch, Dezember 21, 2005

flughäfen mochte ich schon immer. ich weiß nicht genau, warum das so ist, aber jene orte, an denen sich alles trifft und niemand bleibt, finde ich sympathisch. orte, an denen das kommen und das gehen sich auf einen punkt zentrieren, von denen man entweder zurückfährt oder gerade ankommt, an denen die einen sich trennen und andere wiederfinden – wo für einen kurzen augenblick also das kommen und das gehen ähnlich werden.

es ist merkwürdig. ich fühle mich dort mehr zu hause, als in meiner eigenen wohnung. oft fahre ich ein oder zwei stunden, bevor ich eigentlich einchecken müsste, mit dem bus vom alexanderplatz los: an der charité vorbei, am gefängnis moabit vorbei, vorbei am friedhof plötzensee, bis ich dort ankomme, von wo auch die anderen weg möchten.

und dann das reisen. die leichte beunruhigung zunächst, die das wissen gebiert, dass du von nun an nichts mehr tun kannst. jedenfalls, was das wesentliche angeht. du weißt: du kannst nichts daran ändern, sollte das kleine, aber wichtige schräubchen aus seiner schweißnaht an der turbine unterhalb der tragfläche platzen. und den piloten hörst du zwar ab und zu, schütteltst ihm vielleicht vor und nach der reise am eingang oder ausgang – das ist ja öfters dasselbe – kurz die hand. aber eigentlich kannst du nur sitzen und schauen. ein gutes buch lesen vielleicht oder dich mit der nachbarin unterhalten. am liebsten sitze ich am fensterplatz.

dann das schweben. der sinn für entfernungen geht dir abhanden. und die andere zeit, in der du vielleicht landen wirst. und die geschwindigkeit, mit der das alles geschieht, die du nur ahnen kannst, wenn aus einer geraden bahn eine kurve wird und dich eine große kraft in den sitz hineindrückt. oder wenn das flugzeug absackt. aber wenn du ankommst, deinen koffer vom rotierenden laufband genommen hast, durch die drehtüre hinaus ins freie gehst: alles ist anders. und du vergisst schnell, wo du ein paar stunden vorher noch gewesen bist.

morgen werde ich wieder fliegen, easyjet, und k. treffen. vor kurzem ist sie mutter geworden.

5 Comments:

Blogger samoafex said...

Da kann man eigentlich nur noch sagen: Guten Flug!

Grüß mir meine Wolke, wenn du sie zufällig triffst. Die ist da in der Gegend daheim.

9:11 nachm.  
Anonymous burnster said...

Weihnachten. Man reist. Ich reiss mich nicht drum. Aber was muss, das muss. Frohe Weihnacht, alter Undling!

3:22 nachm.  
Blogger kein einzelfall said...

undundund mal ganz abgehoben. ;)
Gute Landung, gute Zeit!

4:16 nachm.  
Anonymous Opa said...

Und wenn du verliebt bist und gehen mußt, dann wirst du ihn hassen, diesen Flughafen. Ganz besonders diesen einen.
Wenn dann kurz nach dem Start alle aufspringen und durcheinanderschreien weil die Kabine voller Qualm ist, dann wirst du ganz ruhig aus dem Fenster starren, die Reisfelder erkennen und denken: wenigstens noch in Thailand. Mit zugeschnürter Kehle.

Ruhige, angenehme Feiertage.

Deine Uhr spinnt.

7:42 nachm.  
Anonymous Opa said...

Ich vergaß:

Eine sehr gepflegte Dame, vorne auf dem Bild. Ich mag sie.

PS:
Ich meine die spinnerte Uhr, die in der Kommentar-Vorschu zu sehen ist.

5:28 vorm.  

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