Samstag, September 24, 2005

ogottogott - der kleine guru-tüv.

da ich bei den fragen nach den letzten dingen gerne mitfrage, höre ich mir immer schön an, was so geantwortet wird. ich habe zwar die vermutung, dass die antwort irgendwie schon ziemlich ding ist, sprich: eine nummer zu groß für die ansonsten sehr zu lobende verstandeskraft, aber, mein gott, man kann nicht alles wissen bzw. vermuten.

da nun mein tv vor jahren implodiert ist, bin ich für meine abendunterhaltung selbst verantwortlich. das heißt: wenn die große galavorstellung nicht zu mir kommt, muss ich halt selber zur großen gala gehen. für den 19.9. fiel die wahl auf das world harmony concert im icc, showmaster war der mir unbekannte sri chinmoy, der so aufdringlich plakatiert hatte, dass sich der ein oder andere berliner sicher gewundert hat, dass man ihn und seine icc-partei nicht hat wählen können tags zuvor.




na, jedenfalls mal wieder eine juti gelegenheit, der verstandeskraft eine pause zu gönnen, dachte ich mir. denn wenn man sich tüchtig seines eigenen verstandes bedient hat, kann als ergebnis überraschenderweise herauskommen, dass man sich auch des öfteren nicht seines eigenen vestandes bedienen sollte. quasi: fünf = gerade zahl. "undundund", dachte ich, "dir könnte ein bisschen hippie-vibrations mal ganz gut tun. die karten sind für lau, ein bisschen spaß muss sein und ein mann mit flöte kann nicht so viel falsch machen." obwohl, da gab es mal eine stadt mit einem nagetierproblem, da konnte man schön studieren, dass musik auch nicht so ganz ohne ist. dass die musik von sri aber wirklich absolut ohne ist, dass kam dann erst später raus. aber eins nach dem anderen.

bei der kartenbestellung kamen jedenfalls leise zweifel auf. fünf minuten hing ich in der warteschleife, die eine schöne flötenmusik abspielte. schließlich legte ich besänftigt aber bestimmt auf und versuchte es am nächsten morgen noch einmal. wieder das gleiche. wieder warteschleife, wieder keine stimme. billiger trick, dachte ich, die antwortwilligen mit kostenlosen karten zu ködern, in die warteschleife zu locken und dort mit meditativer musik in einen trance-zustand außerhalb von raum und zeit zu befördern, während sich der betreiber der hotline ganz entspannt im hier und jetzt die gebühren einstreicht. na, um es kurz zu machen: ich hatte mir aus versehen die nummer der hörprobe notiert und nicht die der kartenbestellannahme.

ein paar tage später trudelten die karten ein; eine für mich und eine für c., dessen freundin die situation natürlich sofort erkannt hatte ("ihr wollt doch nur wieder nutzpflanzen inhalieren!")

nachdem wir uns vor beginn original hippiemäßig vorbereitet hatten, konnte es dann auch los gehen. zuerst wurde ein trailer eingespielt, in dem zu sehen war, wie der maestro faxen macht, wichtigen leuten auflauert und sie zum händeschütteln zwingt. ich ahnte schlimmes. dann kam maestro und fing an zu spielen. jetzt natürlich problem: wann sagt man zu etwas spielen, wann lieber nicht. wie soll ich´s sagen. ich hatte mir einen abend mit netter dudel-musik vorgestellt, ein bisschen zum wegdösen halt, dazu ein bisschen hippiesgucken. aber es wurde grotesk: maestro beherrschte kein einziges seiner instrumente. es war - hier gebe ich die wahrheit jetzt mal ganz korrespondenztheoretisch, also wirklich eins zu eins wieder - komplett schräg und schief. erstes stück. erste abwanderungsbewegungen. erstes vereinzeltes gekicher. nächstes instrument. anschwellendes gelächter zwei reihen vor uns. ich kann mich noch beherrschen. abwanderungen. nächstes intsrument, nächstes stück: ein tonmix aus irgendeiner nationalhymne und "alle meine entchen". ich spüre, dass ich nicht mehr lange an mich halten kann. maestro legt wieder irgendein instrument beiseite und knöpft sich jetzt einen absurd kleinen syntheziser vor und spielt eine so extrem wirre musik, zu der niemand je meditiert haben kann. jetzt schallendes gelächter zwei reihen vor mir. und dann natürlich rtl domino-day. ich kann nicht mehr und berste, der reinste pinatubo.

naja. der tüv musste daraufhin nach einer halben stunde abgebrochen werden. widrige bedingungen. wir verließen den saal, draußen war viel mehr los als drinnen. dann flucht nach vorn in die nächste kneipe. puh.


10 Comments:

Blogger der.Grob said...

dann kann man wohl sagen, dass pierluigi collina wohl besser bei seiner schiedsrichter-pfeife geblieben wäre.

2:26 nachm.  
Blogger undundund said...

sehr genau beobachtet, herr grob!

3:56 nachm.  
Anonymous burns said...

selber schuld, herr underberg

6:45 nachm.  
Blogger undundund said...

extremsportler scheuen halt keine risiken.

7:07 nachm.  
Anonymous Anonym said...

http://www.rbb-online.de/_/polylux/videokonsole/index_jsp/key=multimedia__3151811.html


;)

2:03 vorm.  
Blogger Oles wirre Welt said...

Das hätt ich gern gesehen in farbe und bunt und live. vielleicht.

4:04 nachm.  
Blogger undundund said...

schönen dank noch für den link, herr anonymous!

@ ole: andré rieu tourt ebenfalls gerade durch deutschland.

;)

4:41 nachm.  
Blogger Oles wirre Welt said...

Aber den André kann sich doch niemand leisten. Und wenn ich es könnte, wollte ich es wahrscheinlich nicht.

12:30 nachm.  
Blogger undundund said...

der andré und der sri. das wäre aber noch mal so ein richtiges hippie-revival. friede, freude, dauergrinsen.

1:21 nachm.  
Anonymous Nils said...

Ich bin begeistert! Ich bin geradezu erleuchtet worden! Dank dem Sri (und dem Polylux-Bericht) habe ich erfahren, dass auch ich "musikalisch" bin. :-) Bisher waren meine Umwelt und ich stets der Meinung, ich könnte kein Instrument spielen, würde nur Katzen zum Entbinden bringen. Aber der Sri... Der Sri... - Ja, der hat mich eines besseren belehrt. *schauder*

10:59 vorm.  

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